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SUSANNAH MARTIN

Presse

 

2016 | Empty Kingdom, Interview with Susannah Martin, San Francisco, USA

2016 | Blo Pop Magazine, Interview with Susannah Martin, Los Angeles, USA

2015 | iArtistas Magazine, The Collaboration Issue, Didi Menendez, Goss Publishing, USA

2015 | Lichtenberg Reloaded! Eine Hommage, WP Fahrenberg, Katalog zur Ausstellung, Göttinger Verlag der Kunst, Göttingen, Germany

2015 | POETS/ARTIST Magazine, The Artist´s Gaze Issue, Didi Menendez and Vic Selbach, USA

2015 | American Art Collector, The Artist's Gaze, Seeing Women in the 21st Century, Feb. 2015, USA

2015 | Art in America, Seeing Women in the 21st Century, Feb. 2015, USA

2015 | Manifest Press, International Painting Annual 5- INPA 5, Cincinnati, USA

2015 | POETS and ARTISTS Magazine, “50 Memorable Painters of 2015”, USA

2014 | Dazed and Confused Magazine, The Female Artists Reclaiming Their Bodies, Peter Yeung, December, 2014

2014 | Huffington Post Arts + Culture, A Female Artist Paints Female Nudes Without the Erotic Undertones, Priscilla Frank

2014 | Hi-Fructose Magazine, "Susannah Martin´s Paintings Explore the Idea of Returning to the Wild”, Nastia Voynovskaya, July

2014 | Beautiful Decay, "Susannah Martin´s Contemporary Interpretation of the Classical Nude", Sara Barnes

2014 | Lo-Burn Magazine, Volume 3, "Interview with Susannah Martin" Lana Gentry, May

2013 | "LICHT FELD 13 - Biennale Basel", Gallery Licht Feld Exhibition Catalogue, Basel, Switzerland

2013 | "Die Leinwand des Leibes - Körperkult als neue Soziale Plastik" Künstlerverein Walkmühle, Exhibition Catalogue, Wiesbaden, Germany

2013 | Huffington Post Arts & Culture, “10 Memorable Paintings of 2013“ John Seed, Dec. Los Angeles, USA

2013 | "Wo das Übergewicht regiert, ist Schweinernes nicht fern - zur Ausstellung Die Leinwand des Leibes Künstler verein Walkmühle" Wiesbadener Kurier, Ulrike Brandenburg, 17 Juni

2013 | POETS/ARTIST Magazine - The Chanticleer Issue Summer 2013, Didi Menendez, Lexington, KY, U.S.A.

2013 | Subtle Tea Magazine, “ Interview with Susannah Martin”, David Herrle, USA

2013 | INDA 7- International Drawing Annual, Manifest Press, Cincinnati, OH, U.S.A.

2013 | Catapult Magazine, "Susannah Martin" Issue 21, Thena Cartwright, May, U.S.A.

2013 | Visual Creativity Special Edition Showcase, "Susannah Martin" Mark McGough, London, UK

2013 | Unsung Magazine, Winter Edition “ Portrait- Susannah Martin” London, UK

2013 | JUXTAPOZ Magazine, "Susannah Martin's Primordial Tourists" March 21
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2013 | Supersonic Electronics, "Susannah Martin" Zach Tutor, Mississipi, U.S.A. March
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2013 | Empty Kingdom, "Susannah Martin" Okmarzo, San Francisco, CA, March 17
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2013 | Poets/Artists Magazine, Didi Menendez, Issue #42, January , U.S.A.

2013 | INDA 6 International Drawing Annual
Manifest Press, Cincinnati, U.S.A.

2013 | Masters of Realistic Imagery
Art-Domain Verlag, Leipzig

2012 | Untold Method Magazine, Issue 5 Departure,
Felice Zhukov, October

2012 | Visual Creativity Magazine, London, UK
Mark McGough, January

2012 | Best of Worldwide Portrait & Figurative Artists Volume II
Kennedy Publishing, Virginia, U.S.A.

2012 | Creative Quarterly, Journal of Art and Design, CQ 26, Charles Hively, New York, N.Y., U.S.A. Spring edition

2012 | Manifest Press, Cicinnati, U. S. A.
"INPA 3 - International Painting Annual"

2012 | World Wide Art Books, by Despina Tunberg, Los Angeles, U.S.A.
"International Contemporary Masters Volume V2

2012 | Art Domain Verlag, Ulrich Goette Himmelblau, Leipzig, Germany
"Who's Who in Visual Art Vol 2012-2013"

2011 | "Art Takes Miami 2011", Competition Finalists
SCOPE Art Fair Miami 2011

2011 | Express Cincinnati, "Take it off. 'Nude' at Manifest Gallery" by Fran Watson, 10 September

2011 | Women Drawing Women, Online Exhibition, July

2011 | Architects and Artisans, "Looking out for the Unknown Artist", by J.Michael Welton, July

2011 | Humanitari Wordpress Magazine, Leandro Sanchez
"Art of the Week by Susannah Martin" July 1

2011 | Saatchionline Magazine, Behind the Canvas - Interview with Susannah Martin, June.

2010 | Erik Buchheister, Art Profil, "Susannah Martin: Spiegelung des Menschen", April
Alexandra Heil, AVA Magazine, " Interview mit Susannah Martin Kunst in der Zukunft", April

2010 | Manifest Press, “Nude 3“ Catalogue, September

2009 | Kim Julia Fuge, Artist Window, Cover, " Susannah Martin,1.Preis
Gewinnerin Faces Kunstwettbewerb", Oktober
2002 | Dr.Anja Cherdron-Modig, exhibition catalogue "In Between - Die Kunst Erwachsen zu Werden", Mai
Grit Weber, Frankfurter Allgemeine Zeitung, " In Between- Die Kunst Erwachsen zu Werden", Mai 28

2002 | Ernst Wegener, Frankfurter Allgemeine Zeitung, " Der Keltenfürst hält wieder Hof", Schirn Kunsthalle, Mai 19

1998 | Julie V. Iovine, New York Times, "Bunnies are out, Biedermeier is in", Feb. 12

1998 | Grit Weber, Frankfurter Allgemeine Zeitung, "In Between, Die Kunst Erwachsen zu Werden", 28. Mai



Susannah Martin: Die Spiegelung des Menschen



Der schwierige Umgang des Menschen mit sich selbst als Kernpunkt einer gesellschaftlichen Sinnkrise Konsequenz: Die nachhaltige Entfremdung vom eigenen Ich

Der Mensch in seiner Umwelt ist nicht nur ein künstlerisches Thema, sondern ebenso ein philosophisches und soziales. Die eigene Wahrnehmung dessen, was Realität abbildet, fokussiert zwar den Menschen - doch ist er in seinem Wesen zunehmend weniger differenziert und somit problematischer als ein zu betrachtendes und erfassendes Objekt. Menschsein bedeutet immer häufiger: die Entfremdung von uns selbst. Dafür gibt es gute Gründe: die finanzielle und private Globalisierung - wie beispielsweise den Verlust tradierter Familien- und Freundeskreise, extreme berufliche Flexibilisierung mit hoher psychischer Belastung und anderes mehr. Die gebürtige amerikanische Künstlerin Susannah Martin nimmt sich dieses Sujets in realistischer Manier an, um das Menschsein in einer Umgebung zu thematisieren - einer naturhaften, unberührten Landschaft - welche sich künstlerisch so reduzieren lässt, dass der Mensch auch in seiner eigenen Wahrnehmung zu dem werden darf, was er ist. Er verkörpert zudem in den Bildern der Künstlerin etwas, was dem Betrachtenden einen nahe liegenden Identifikationsprozess erlaubt und ihm gleichzeitig kompromisslos die Mängel und Unvollkommenheit seiner selbst vor Augen führt.

Susannah Martin, 1964 in New York geboren, zog nach ihrem Kunststudium mit dem Schwerpunkt Malerei (Abschluss Bachelor mit Auszeichnung und Stipendium) und einer vierjährigen Arbeit als Kulissen- und Wandmalerin 1991 nach Berlin. Erst 2004 konnte sie sich mit einer freien, künstlerischen Tätigkeit sowie als Porträtmalerin wieder ihrem eigentlich Hauptinteresse, nämlich dem Menschen und seinem sozialen Hintergrund widmen. Durch wichtige Ausstellungen in den USA und in Deutschland wuchs zunehmend das Interesse an ihrem Schaffen - sowohl bei öffentlichen Institutionen als auch bei Privatsammlern.

Realistisch und gleichzeitig friedvoll - "naturhaft" eben - könnte man die Werke Susannah Martins bezeichnen, denn die Künstlerin weist trotz einer harmonischen Idylle mitnichten auf jenes Paradies hin, das erstrebenswert wäre. Sie zeigt keine utopischen Wunschvorstellungen, sondern bildnerische Möglichkeiten. Sie konkretisiert künstlerisch einen Diskurs, der das Dilemma des Menschen verdeutlicht, indem er ihn konsequent verschweigt. "Badende" Männer, Frauen und Kinder - wie beispielsweise in den Werken "Der Fluss" oder "C-Sektion" - sollten etwas so natürliches, etwas so normales, schon fast banales, aber dennoch auch "schönes" sein, so dass es an sich müßig wäre, dieses Baden als eine selbstverständliche Freizeitgestaltung überhaupt thematisieren zu müssen. Darin liegt auch die diskursive Krux; denn Selbstverständliches spricht für sich selbst und braucht keine künstlerische Auseinandersetzung. Wenn die Künstlerin - zu Recht - auf einen unbehaglichen Zustand, auf ein Missverhältnis zwischen Natur und Körperlichkeit, zwischen Mensch und seiner Umwelt hinweist, ist dies der künstlerische Impuls, der unnötig wäre, wenn die Verhältnisse im Lot wären.

Wir spüren es ja in der Betrachtung, dass eine gewisse Sehnsucht nach Harmonie, nach Problemfreiheit, nach einer "gewachsenen normativen Familienstruktur" erwacht - oder anders formuliert: Solche Bilder sind ungewöhnlich, weil sie mehr den Wunsch nach Normalität dokumentieren als umgekehrt.

Die badenden Menschen sind eben in Susannah Martins Darstellung nicht so eingängig, dass wir uns einfach und schlicht über das Abgebildete freuen, sondern die Künstlerin provoziert eine Grenzsituation, in dem sie malerisch einen Realismus zeigt - nackte, natürliche Menschen, deren Nacktheit aber so direkt und unmittelbar wirkt, dass wir als Betrachter uns eines innerlichen, verschämten Blickes nicht erwehren können - und wir zudem spüren, dass genau dies erstrebenswert wäre - und wir solche Situationen eher weniger als mehr kennen. Die Natürlichkeit bildet sich - auch malerisch - als zentrales Motiv heraus, denn die völlige Losgelöstheit von der Betrachtung macht eine vorurteilsfreie, geschlechterdifferenzierte Betrachtung erst möglich.

Der Mensch ist frei, wenn er Zwängen unterworfen ist, denn innerhalb dieser Grenzen kann er seine eigene Verantwortlichkeit viel intensiver erleben als eine pseudoparadisische Unabhängigkeit, deren Autarkie nichts und niemandem verpflichtet ist. So paradox dies klingen mag: Frei zu sein und dennoch den Bezug zu sich nicht zu verlieren, ist eine der Hauptaufgaben des Menschseins in heutiger Zeit. Wenn der Mensch, und vor allem auch die Gesellschaft, sich als Teil der belebten Natur wieder findet, sich seiner Widersprüchlichkeit bewusst ist und lernt, damit natürlich zu leben, dann wird auch die eigene Entfremdung einer gewachsenen Gewissheit nach Innerlichkeit weichen. Susannah Martins fotografischer Blick ist keinerlei Traditionen verpflichtet. Sie bricht schließlich mit althergebrachten Techniken und künstlerischen Mechanismen, indem sie eine willkürlich strukturierende Raumaufteilung und Objektanordnung praktiziert. Menschen stehen völlig frei im Mittelpunkt und werden auch so akzentuiert. Malerische Kontraste, die Licht und Schatten zentral im Bild verordnen, sind ebenso unabdingbar wie die gleiche Relevanz, welche Susannah Martin sowohl der Figur als auch der sie umgebenden Landschaft erlaubt. Es handelt sich auch weniger um Staffage, sondern die gleiche Wertigkeit dieser und anderer Techniken zeigen eine aktuelle Sicht und Auseinandersetzung mit einer klassischen Bildkomposition und tradierten Malstilen. Eine vorurteilslose Abbildung von Frau und Mann - und zwar ohne Feigenblatt - ist in der heutigen Zeit durch eine Künstlerin glücklicherweise so gut wie kaum erwähnenswert, weil es normal ist und normal sein muss.

Susannah Martin arbeitet nach Fotos. Frei konzipiert, inszeniert und choreographiert, werden die Fotos angeordnet, geschnitten und manipuliert und in verschiedensten Kompositionen gefasst. Erst dann beginnt der eigentliche Malprozess. Und auch hier ist ihr künstlerisches Spektrum breit: Von Pastell bis hin zu Acryl und Öl oder Gouache reicht ihr technisches Ausdrucksvermögen. "Wenn die romantisch Landschaft sich mit der Erinnerung an ein noch greifbares Paradies beschäftigt, was kann dann die gegenwärtige Landschaft mit Akt hervorrufen? Eine Wahrnehmung von unserem Verhältnis zur Natur in der gegenwärtigen Form von "Master and Slave"? Unsere Loslösung von der Natur und das daraus entstehende Unbehagen? Oder unsere Sehnsucht nach einer Kraft, die größer ist als wir selbst und dem Traum nach deren Wiederauferstehung?", fragt uns die Künstlerin. Und sie beantwortet es explizit mit einer Bildaussage, deren Option eine Annäherung an uns selbst ist: Aus der Stille kommend, betrachtend, kontemplativ, offen für Emotion, für das Innere Empfinden, das sich - einem Wasserspiegel gleich - dem eigenen Gefühl nähert und sich selbst spiegelt. Dass dabei ein idealisierender Farbmythos entsteht, ist von der Künstlerin gewollt. Aber es ist ein Mittel zum Zweck. Für einen guten Zweck.


Erik Buchheister
ARTPROFIL Magazin für Kunst

Ein Bericht aus: ARTPROFIL Magazin für Kunst, Heft April / 2010, c SYNTAX
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